Montag, 15. Oktober 2012

Colonialgeschichte

Wilkinson´s Campaign against the Slavers”

Eine Gary Chalk Kampagne für die “In the Heart of Africa”-Regeln von Chris Peers.
Veröffentlicht in der Wargames Illustrated Nr.270 April 2010

Nach der Duzi hat es sich diesmal glücklicherweise ergeben, mit drei Spielern den ersten Teil dieser schönen Kampagne zu spielen. Der Orginalartikel in der WI 270 kann nur wärmstens empfohlen werden, allein das Gelände von Gary Chalk ist ein Augenschmaus. Die 2nd Edition der Regeln und Armeelisten von Chris Peers liegen mittlerweile in einer neuen Ausgabe von Sinister Laboratories vor.

Die Kampagne:

Hauptfigur der Kampagne ist der britische Major Wilkinson, gespielt von Rolf, der von seinem Stützpunkt im fiktiven Equatoria zu einer Strafexpedition gegen rebellierende arabische Sklavenhändler aufbricht.
Mit einer kleinen gemischten Streitmacht aus Sikh-Soldaten, Askari und eingeborenen Hilfstruppen macht er sich entlang des Bakamboflusses nach Norden auf. Bei diesem Marsch werden die verschiedensten Tabletopszenarien durchfochten, bis zuletzt der Showdown gegen die Festung der Sklavenhändler stattfinden kann.
Die Gegenseite wurde von Dieter dargestellt, dritte Parteien von Achim.

Hier einige Impressionen:

Wilkinson`s Expedition hat die Mission von Reverend Jenkins erreicht.


Im nächsten Szenario muß Wilkinson sich mit Elefanten und einem Stamm von Pygmäen herumschlagen:




Unser letztes Szenario am Abend; Wilkinson hilft dem Stamm der Wasimba gegen die Sklavenhändler:




Und nächstens werden wir hoffentlich weiterspielen...

Kommentare:

  1. Die ersten drei Szenarien in der Kampagne waren sehr spannend und lustig, einfach toll wie sehr ein rollenspielartiger Hintergrund und eine inhaltliche Vernetzung der Szenarien ein Tabletop-Spiel zu einem ganz besonderen Erlebnis aufwerten!
    Die Kampagne von Gary Chalk kann man wirklich immer wieder spielen, für mich war's als Schurke diesmal genauso witzig wie damals als Wilkinson!

    Yogsothoth

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  2. Meine liebe Gwen,



    Eine Glückliche Fügung wollte es dass wir diese Nacht neben einem Postschiff zu liegen gekommen sind, so dass ich Dir ein paar Zeilen widmen kann.

    Wenn Dich dieser Brief erreicht, hoffe ich meine Mission gegen die arabischen Sklavenhändler in British Equatoria zu einem erfolgreichen Ende gebracht zu haben.

    Schon am ersten Tag nach unserem Aufbruch ergab sich ein heftiger Zwischenfall. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um den braven Reverend Jenkins vor einem Übergriff der Araber zu retten. Offenbar haben sie durch Druck oder falsche Worte bereits einige einheimische Stämme gegen uns aufwiegeln können. Unglaublich wie fanatisch sowohl Einheimische wie auch Araber gegen unser Feuer anrennen. Man könnte glauben, sie haben noch nie zuvor den tödlichen Effekt unserer Hinterlader erlebt.

    Glücklicherweise war ich der Unterstützung durch unser Kanonenboot und die Marinetruppen recht früh gewiss, so dass sich unsere Verluste in Grenzen hielten. Lediglich einige der Sikhs fielen feindlichem Feuer zum Opfer. So schneidig sie auch als Soldaten unserer Königin dienen, so sind sie mir doch immer fremd geblieben. Zu sonderbar sind uns Ihre Gebräuche und ich mochte mich auch nicht mit Ihnen gemein machen. In dieser Lage bin ich froh keine persönliche Beziehung zu den Getöteten aufgebaut zu haben. Unter den Askaris mag es ebenfalls Verluste gegeben haben, die mir aber gerade nicht vorliegen.



    Auf dann folgten wir dem Wazimba-Fluß stromaufwärts, wo sich ein gar sonderliches Erlebnis ergab. Der Kanonier Smith K.E. wollte offenbar der Landpatrouille imponieren und tötete mit einem gezielten Schuß der Bordkanone einen stürmischen Elefanten, der sich der Patroille gar bedrohlich genähert hatte. Alsbald sahen wir uns einem wilden Ansturm von Pygmäen ausgesetzt, einem zwergwüchsigen Waldvolk, das unsere einheimischen Träger mit Furcht erfüllt. Ein paar gezielte Schüsse unter die Wilden stellte aber alsbald die Ruhe wieder her.

    Dennoch folgte leider ein weiterer Verlust bei den Sikhs, ein Mann erlag einem mir vollkommen unbekannten Fieber.



    Die nächste Nacht verbrachten wir neben einem Kraal der lokalen Wazimba, abscheulichen Menschenfressern, die aber leider unsere einzigen Verbündeten in diesem Teil Afrikas darstellen. Früh am nächsten Morgen mussten wir miterleben, wie erneut arabische Sklavenjäger aus der Tiefe des Dschungels attackierten. Leider konnten meine Männer nicht verhindern, dass ein paar der unglückseligen Wazimbas verschleppt wurden. Der Häuptling der Wazimba war ob dessen unzufrieden und unterstellte uns Vernachlässigung unserer Bündnispflichten, doch wird er verstehen müssen, dass mir ein krankes Volk am Wazimba Fluss nicht die gesunden Knochen eines einzigen gesunden britischen Marines wert sein kann.



    Unsere Jungs sind tapfer und zuverlässig, doch betrübt es mich zu sehen, dass sie rein gar nichts vom höheren Zwecke unserer Mission verstanden haben, ihr Denken kreist allein um die nächste Ration Grog und wohlmöglich noch zweifelhafterere Vergnügungen.



    Andererseits steigt meine Achtung vor dem Mut der Araber, denn, wie sich am Kraal zeigte, sind sie durchaus mit der Feuerrate unserer Enfields vertraut, zum Teil führen sie sogar selber welche in´s Feld. Das hier ist kein Ausflug in Herz Afrikas mehr! Nun hoffe ich, meine Männer alsbald in das Nest der Araber führen zu können, um diesen Unruheherd ein für allemal auszuräuchern und das Land für die Krone zu befrieden.



    For Queen and Country.



    Dein Dich liebender Lawrence

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